Damit der KI-Opa nicht immer nur erzählt, wie toll alles ist: Ich zeig euch, wie es funktioniert. Hands-on, kein Gelaber.
Das Experiment
Die Aufgabe: Ein komplettes Business-Launch-Paket für ein fiktives Katzenhotel auf dem Mars erstellen lassen. Warum Mars? Damit ich niemandem auf die Füße trete, der echte Katzenhotels betreibt.
Was ich haben wollte:
- Marktanalyse mit Konkurrenzübersicht
- Investor-Pitch-Decks (DE + EN)
- Flyer (DE + EN)
- Kalkulation als Excel
- Risikoanalyse als Präsentation
- Eine fertige Webseite — deployed auf einem Hetzner-Server, mit DuckDNS-Domain und Let’s-Encrypt-Zertifikat
Alles in einem Rutsch. Kein Template, kein CSS, keine Bilder vorgelegt. Einfach nur: Mach mal.
Wie Cowork arbeitet
Cowork bekommt einen lokalen Ordner — der wird in eine Linux-VM gemappt. Mehr sieht das Ding nicht. Kein Netzlaufwerk, keine Magie. Lokale Platte, Ordner, fertig.
Wichtig: Cowork kann kein SSH. Es kann Web-Suche, MCP-Tools (wie Hetzner-API oder GitLab) und eben auf diesen einen Ordner zugreifen. Das war auch der erste Roadblock — der Chat hatte mir ein Prompt gebaut, das SSH-Konfiguration voraussetzte. Cowork kam aus seiner VM nicht raus. Merke: Immer wissen, was das Tool kann und was nicht.
Der erste Durchlauf — steiniger Weg
Nach etwa 6 Minuten hatte Cowork den Hetzner-Server erstellt, die Excel-Kalkulation gebaut, PowerPoints generiert und die Webseite zusammengeschraubt. Klingt gut? War es auch — bis man genauer hinschaut.
Was nicht lief:
- PowerPoint-Slides: Text lief aus den Boxen, Zahlen lagen übereinander, Überschriften viel zu groß
- Flyer: Sahen nach nichts aus — keine Bilder (klar, Claude baut keine Bilder), aber auch strukturell schwach
- Server-Deployment: Certbot kollidierte mit System-Python, Pip machte Ärger, SSH-Zugang fehlte
Das ist normal beim ersten Wurf. Entscheidend ist, was man daraus macht.
Iterieren bis es passt
Ich hab Screenshots reingeworfen, Probleme beschrieben, und Cowork hat nachgebessert. Die Risikomatrix war unlesbar? Screenshot rein, er baut sie komplett neu. PowerPoint-Text bricht um? Er erkennt es, passt Schriftgrößen an. Nach ein paar Runden sahen die Präsentationen brauchbar aus — kein Kunstwerk, aber eine solide Basis zum Weiterarbeiten.
Für den Server hab ich am Ende ein Bash-Script bauen lassen, das die Konfiguration übernimmt. PowerShell ging nicht (Execution Policy auf dem Windows), die Hetzner-API allein reichte nicht. Auch hier: Iterieren, bis es funktioniert.
Der eigentliche Trick: Aus Fehlern einen Skill bauen
Und jetzt kommt der Punkt, der das Ganze mächtig macht.
Ich hatte jetzt: ein fertiges Ergebnis, eine komplette Konversation mit allen Roadblocks, und das Wissen darüber, was funktioniert hat und was nicht. Daraus hab ich Cowork einen Skill bauen lassen.
Ein Skill ist eine strukturierte Anleitung, die Cowork kennt und auf Abruf ausführen kann. Der Skill Creator analysiert die gesamte Session — was lief, was nicht — und destilliert daraus einen reproduzierbaren Workflow.
Das Ergebnis: Ein Business Launch Kit Skill, der nach ein paar Eingaben (Name, Branche, Standort, Subdomain) das komplette Paket selbstständig generiert.
Der Beweis: Hundehotel in 30 Minuten
Neuer Ordner, neues GitLab-Repo, neues Thema: Hundehotel auf Neptun. Gleicher Skill.
Mein Aufwand: Drei Eingaben — Projektname, Subdomain, ein paar kreative Vorgaben („Sei kreativ, keine Katzen-durch-Hunde-Kopie“). DNS-Eintrag einrichten. Server-Script ausführen. Fertig.
Cowork hat den Großteil selbstständig erledigt: GitLab befüllt, Präsentationen gebaut, QA-Agent laufen lassen, Fehler in den PowerPoints selbst erkannt und repariert. SSH kann Cowork nach wie vor nicht — die DuckDNS-Subdomain musste ich weiterhin manuell anlegen. Aber dank des funktionierenden Bash-Scripts, das aus dem ersten Durchlauf entstanden war, war das Deployment auf dem Server ein Kinderspiel.
Rund 25–30 Minuten für das komplette Paket. Autark.
Was das bedeutet
Mach ich in einer halben Stunde zwei deutsche und zwei englische Präsentationen, Flyer, Pitch-Decks, eine Risikoanalyse, eine Marktanalyse, einen Businessplan und setze einen Server auf? Nein. Nicht manuell.
Aber darum geht es: Der erste Durchlauf ist der steinige Weg. Man iteriert, findet Roadblocks, löst sie. Dann fasst man zusammen, baut einen Skill — und ab dem zweiten Mal läuft das Ding.
Natürlich ist das Ergebnis nicht perfekt. Ohne eigene Templates, CI-Vorgaben, Bilder und Styleguides sieht alles generisch aus. Aber man hat einen Ausgangspunkt, auf dem man aufbauen kann. Zehn Folien verbessern geht schneller als zehn Folien von Null bauen. Und wer es von Anfang an besser haben will: Einfach eigene Templates, Logos und Styleguides vorher in den Arbeitsordner legen — Cowork nimmt sie als Vorlage und das Ergebnis sieht direkt nach eurem CI aus, nicht nach KI-Einheitsbrei.
Fazit
Die Arbeitsweise ist simpel:
- Einmal den steinigen Weg gehen — mit dem Tool gemeinsam
- Roadblocks dokumentieren — was ging nicht, was war die Lösung
- Skill bauen lassen — aus dem Erfahrungsschatz
- Reproduzieren — neuer Inhalt, gleicher Workflow, Bruchteil der Zeit
Wer sich mit diesen Tools beschäftigt, ist am Ende schneller. Nicht weil die Tools perfekt sind — sondern weil man lernt, sie richtig einzusetzen.
Nutzt diese Tools. Es lohnt sich.
- THE FIRST COMPREHENSIVE GUIDE TO CLAUDE COWORK — ANTHROPIC’S BREAKTHROUGH AI AGENT FOR NON-DEVELOPERS
- Claude Cowork launched in January 2026 and changed what’s possible for knowledge workers
- Now you can delegate real tasks to AI: organising files, creating documents, extracting data from receipts, conducting research — all without writing a single line of code
- But getting started isn’t obvious
- Official documentation is sparse
- Stop Prompting
- Start Executing
- AI has moved beyond conversation
- Claude is no longer just a chat interface
- It is a reasoning engine, a desktop automation agent, and a terminal-level engineering assistant